... aber ohne Stil und Technik...

 

Als ich die Berufsschule zur Ausbildung als Floristin  besuchte, bezeichnete meine Lehrerin im Fach Gestaltungslehre meine gebastelten und gemalten Bilder als "dilettantisch". Das stimmte wahrscheinlich sogar und mag auch jetzt noch stimmen. Die Bilder und Fotos dieser Seite stammen von einem absoluten Laien (mir), ja selbst die Bezeichnung "heartpaints" ist ein erfundener Name...aber für mich stimmt er. Für mich spielt es keine Rolle, ob die Bilder "schön" im allgemein bekannten Sinn sind oder nicht. Schönheit liegt im Auge des Betrachters, und solange mir das Malen Spass macht und auch hilft, hat es für mich seinen Zweck erfüllt.

  

Für mich ist das Malen der Ausgleich zum Alltag. Ich male weder nach einem vorgegebenen Mal-Stil noch habe ich eine bevorzugte Technik. Ich lasse mich von meinen Gefühlen, Ideen und spontanen Eingebungen leiten. Ich male aus meinem Herzen - vielleicht berührt das eine oder andere Bild das Herz eines Betrachters. Oder es passt zufällig zur Einrichtung, spricht einem irgendwie an, was auch immer.

  

Als ich 1995 die Diagnose Multiple Sklerose erhielt, wusste ich nicht, wie ich mit all den Gefühlen umzugehen hatte, die da auf mich einstürzten. Wut, Trauer, Angst. Das Malen hat mir einen gewissen Ausgleich verschafft und mir geholfen, das alles zu verarbeiten und so ist es auch heute noch.

 

Nach über 20 Jahren mit dieser Diagnose geht es mir nach wir vor sehr gut, ich habe keine Beeinträchtigung durch die Krankheit und fühle mich wie ein gesunder Mensch. Schon über 10 Jahre bin ich schubfrei! Ich wurde in den letzten Monaten auf allen Ebenen sehr gründlich untersucht und alle Ergebnisse waren absolut top! Ich stehe aber zu meiner Diagnose und spreche auch offen darüber. Sie bestimmt zwar nicht über mein Leben (darüber bestimme ich alleine), sie ist aber ein Teil von mir, und ich glaube, auch dank dieser Akzeptanz kann ich so gut mit ihr als "Untermieter" leben!  Aber auch, dass ich das Malen für mich entdeckt habe, hilft sicher weiter.

Ich möchte auch jedem neu diagnostizierten MS-Patienten ans Herz legen, nicht alles zu glauben, was einem da so erzählt wird. MS bedeutet keinesfalls, dass man zwingend Beschwerden haben muss oder sogar irgendwann im Rollstuhl landen wird! Die Medizin ist heute so weit fortgeschritten, dass es viele MS-Patienten gibt, die wie Gesunde leben und zum Teil sogar fitter sind als jene ohne diese Diagnose!

  

Im Herbst 2016 bekam ich aber leider andere gesundheitliche Probleme, die dazu führten, dass ich mir eine längere Auszeit nehmen musste. Dies wiederum führte dazu, dass ich meine Arbeitsstelle verlor, an der ich über 13 Jahre lang gearbeitet hatte.  Von einem Tag auf den anderen war plötzlich (schon wieder) nichts mehr so wie es war... zum Glück habe ich inzwischen Übung damit, mit solchen Situationen umzugehen! ;-)

 

In der Genesungsphase  ist mir die Malerei wieder zu einem guten Freund geworden, der mir schon über viele dunkle Momente hinweg geholfen hat. Inzwischen fühle ich mich wieder topfit und kann es kaum erwarten, wieder arbeiten zu dürfen! Die Malerei wird mich aber in meiner Freizeit auch weiterhin begleiten.

  

Eigentlich male ich nur "für den eigenen Hausgebrauch", oder ich verschenke ein Bild an gute Freunde, wenn ich beim Malen in Gedanken bei Ihnen war. Jedes Bild ist ein Einzelstück und wurde mit viel Herzblut gemalt. Doch mittlerweile sind all meine Wände voll und vielleicht kann ich dem einen oder anderen mit meinen Bildern eine Freude machen. Es wäre dann auch mir eine grosse Freude!

 

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